Die Keller in der 52 rue de l'Arbre Sec wurden für den Kellermeister eines Königs ausgehoben, nicht für die zahlende Öffentlichkeit. Im achtzehnten Jahrhundert bewahrte der Sommelier von Louis XV hier königliche Bestände auf, in Kalksteinkammern nur wenige hundert Meter vom Louvre entfernt. Die Straße selbst erhielt ihren Namen von einem mittelalterlichen Schild, dem trockenen Baum, das einst über einem Gasthaus an dieser Ecke hing. Was unter der Erde überdauert hat, ist eine lebendige Erinnerung an dieses Handwerk und der Schauplatz für die Touren des Kurses zur französischen Weinverkostung mit Sommelier in Paris, die heute Besucher in das erste Arrondissement locken.
Frankreich hat seine Weingeografie spät kodifiziert. Das System der Appellation d'Origine Contrôlée wurde erst 1935 festgelegt, und das Vokabular des Terroirs, das Besucher heute so frei verwenden, ist noch jünger. Keller wie diese sind älter als all das. Sie gehören in eine Ära, in der ein großes Haus Wein nach dem Gaumen seines Kellermeisters beurteilte und nicht nach einem Etikett. Das ist das Argument, das eine geführte Weinkeller-Tour in Paris vorbringt, ohne es je auszusprechen: Verkosten ist ein Handwerk, das man in Räumen, von Menschen und über Zeit lernt. Die Gewölbe halten das ganze Jahr über eine nahezu konstante Temperatur, die Bedingung, die sie 1750 wertvoll und heute nützlich machte.
Die Architektur ist schlicht und zweckmäßig. Tonnengewölbte Galerien gehen von einem zentralen Korridor ab. Bruchstein aus Kalk, der direkt unter Paris abgebaut wurde, absorbiert Schall und hält die Feuchtigkeit; die Wände schwitzen im August und bleiben ohne Maschinen kühl. Einzelne Kammern sind den klassischen Regionen gewidmet: Bordeaux und seinen Kiesbänken, den zerklüfteten Hängen der Côte d'Or im Burgund, der Kreide der Champagne, den Schieferterrassen der nördlichen Rhône. Aromastationen, Dekantierbänke und eine kleine Böttcherei mit Dauben und Reifen zeigen auf, wie Eiche, Sauerstoff und Zeit auf einen jungen Wein wirken. Nichts hier ist monumental. Das Interesse liegt in der Ansammlung: Fässer, Flaschen, Glaswaren und das geduldige Vokabular des Verkostungsraums.
Die Weinausbildung in der Stadt hat sich im letzten Jahrzehnt nach unten verlagert, aus Hotelsälen in Gewölbe wie diese, wo ein cours de dégustation neben den Fässern unterrichtet wird. Eine Tour des Kurses zur französischen Weinverkostung mit Sommelier in Paris betrachtet den Raum selbst als Beweis: das Fass, das Glas und der kalte Stein sind die Materialien der Lektion. Eine Flasche ist ein Aufzeichnung eines Ortes, und hier kann man in diesem Ort stehen.